Das Ziel der vedischen Astrologie

Von Marcus Schmieke

In Indien wird die Wissenschaft der Astrologie als Jyotish bezeichnet, was Licht bedeutet. Sie ist das
Licht, durch das selbst diejenigen einen Blick in die Zukunft werfen können, die von Natur aus keine Seher sind.

Die
Urprinzipien der vedischen Astrologie wurden von eben solchen Sehern empfangen und niedergeschrieben, die die Illusion der Zeit durchschaut hatten und die Zukunft wie ein offenes Buch lesen konnten.

Die Autoren der klassischen Werke der vedischen Astrologie sind gleichzeitig die Verfasser der indischen
Palmblattbibliotheken, die noch heute Tausende von Menschen mit uralten Niederschriften ihres eigenen Lebens konfrontieren, von der Geburt bis zu ihrem Tode.

Die
Palmblattbibliotheken werden in Indien ebenso wie die vedische Astrologie als Lebenshilfe angesehen, die dem Menschen vor Augen führt, was nicht das Ziel des menschlichen Leben ist.

Die Astrologie zeigt dem Menschen, dass die wichtigen Errungenschaften des Lebens nicht in den zeitweiligen materiellen Errungenschaften liegen, sondern in der
Erlangung innerer Werte und Einsichten, da die äußeren Randbedingungen unseres Lebens letztlich durch unser vorangehendes Handeln weitestgehend vorausbestimmt sind.

Das bedeutet nicht, dass der Mensch sich nicht um die Ziele in dieser Welt bemühen sollte, da letztlich sein gegenwärtiges Handeln wiederum das Glück und Leid bestimmt, das er in der Zukunft erfahren wird.

Entscheidend ist das
Bewusstsein, in dem der Mensch seine Tätigkeiten ausführt. Bemüht er sich um die Tugenden der Weisheit, Einfachheit, Wahrhaftigkeit, Demut, Duldsamkeit, Gewaltlosigkeit, Toleranz, Güte und des Mitgefühls, so wird er sowohl zu seinem eigenen als auch zum Wohl andere handeln.

Strebt er jedoch nach der Erlangung selbstischer Ziele und ist bereit, diese auf Kosten anderer durchzusetzen, so wird ihm dieses egoistische Bewusstsein letztlich auch von außen in Form von zukünftigen Reaktionen auf sein eigenes Handeln wieder begegnen.