Geschichte und Ursprung des Ayurveda

Der Ursprung von Ayurveda läßt sich zeitlich nicht genau fixieren. Der Ayurveda basiert jedoch erwiesenermaßen auf den Veden – den ältesten heiligen Schriften des alten Indiens,die als zeitlos und ewig gelten. Besonders im Rigveda (ca. 3.000 v. Chr.) und Atharva-Veda (ca. 1.200 v. Chr.) finden wir die ersten Erwähnungen in Form von Hymnen und Anrufungen an bestimmte Pflanzen, Mineralien und Heilkräfte der Natur- wie z.B. Wasser, Wind oder Feuer. Zu dieser Zeit waren die Priester zugleich auch Ärzte – Ärzte für Körper, Geist und Seele!

Die ältesten, rein ayurvedischen Medizintexte werden im allgemeinen mit 1.500 v. Chr. datiert.

Etwa im 5. Jahrhundert v. Chr. versammelten sich die einflußreichsten Gelehrten der damaligen Zeit, um die Lehre des Ayurveda zu entmystifizieren, die Texte zu sammeln, neu zu ordnen und auf ihre Wissenschaftlichkeit zu überprüfen.

Daraus entwickelten sich drei Sampradayas oder Lehrrichtungen, die nach ihren Gründern benannt wurden. Auch ihre Lehrwerke – Samhitas genannt – sind bis heute erhalten und werden in der Ausbildung der heutigen ayurvedischen Ärzte verwendet. Man bewundert ihre Aktualität, die sie trotz ihres hohen Alters haben.

1. Die Schule nach Charaka mit dem Haupttext Charaka-Samhita und dem Schwerpunkt der Inneren Medizin.

2. Die Schule nach Sushruta mit dem Haupttext Sushruta-Samhita und dem Schwerpunkt auf der Kunst der Chirurgie.

Eine exakte Datierung der Lebenszeiten von Caraka und Sushruta ist nicht möglich, da es im alten Indien keine genaue Geschichtsschreibung gab. Der Legende nach sind beide zur Zeit des großen Krieges der Mahabharata anzusiedeln, was nach unserer Zeitrechnung etwa 1.000 bis 2.000 Jahre v.Chr. entspricht. Die Caraka- bzw. Sushruta-Samhita, wie sie heute erhalten sind, datieren aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. bzw. 1. Jahrhundert n. Chr.

Charaka und Sushruta führten ihr Wissen auf Brahma, den „Schöpfergott“, zurück. Über dessen Schüler, wie z.B. den Aswinis – Ärzte der Devas (Halbgötter) und Indra – dem König der Devas – ging das Wissen später:
a) über Atreya und Agnivesha zu Caraka und
b) über Dhanvantari (den vedischen Gott der Heilkunst) zu Sushruta.

3. Im 7. Jahrhundert n. Chr. begann Vagbhata erneut den Ayurveda zu aktualisieren. Er führte z.B. neue Heilkräuter ein und beschrieb neue Krankheiten. Außerdem schuf er eine Synthese aus den Lehren von Sushruta und Caraka. Sein Hauptwerk ist die Astanga-Hridaya-Samhita.